Letzten Donnerstag war mir fürchterlich langweilig.
Alle Leute mit denen ich normalerweise hier rumhänge waren im Urlaub und ich hatte drei Tage am Stück frei. Daraus entwickelte sich ein mittlerer Lagerkoller und ich beschloss: “Ich muss hier raus.” Ausserdem fiel mir auf, dass ich schon drei Monate hier bin, und nicht ein einziges Mal meine Mit-Heppenheimer besucht hatte.
Da ich ja so ein fürchterlich rationaler Mensch bin und überhaupt nicht zu Kurzschlussreaktionen neige, fasste ich Donnerstagmorgen den Plan mir Donnerstagmittag ein Auto zu mieten und zwei von ihnen zu besuchen.
Nämlich den Tarek und den Thomas, die in Thomastown bzw. Carrickmacross wohnen.
Ich hab das mal hier auf der Karte markiert. Der untere Punkt bin ich, der rechts davon der Tarek und der im Norden ist der Thomas.
Wirken gar nicht so weit, die Entfernungen…
Der Plan war schnell gemacht: Ich hol den Tarek in Thomastown ab und wir Treffen uns in Dublin mit dem Thomas. Dann wird gefeiert, beim Thomas übernachtet und morgens wieder heim gefahren. Ganz einfach eigentlich.
Wenn ich nicht die Wege ganz und gar brutal unterschätzt hätte.
In Deutschland würde man sagen: “120 Kilometer nach Kilkenny, ich hab ein schnelles Auto,1,5 Stunden maximal.”
Allerdings gibt es in Irland keine Autobahnen. 2/3 der Strecke durfte ich nur 60 fahren und da ich den Umweg über Kilkenny gefahren bin, warens nach Dublin dann doch ca.4,5 Stunden. Wir waren demnach erst um 23 Uhr in Dublin.
Auf dem Weg dorthin kamen wir auf einen sog. “Motorway”. Das ist so ähnlich wie eine Autobahn, nur langsamer.
Aber erzähl das mal meinem Bleifuss.
Kurz vor Dublin, ich war gerade ca. auf 140 km/h, erscheint auf einemal ein Auto im Rückspiegel. Eines mit Blaulicht. Stellt sich raus, da waren nur 100 erlaubt. Ahem.
Glücklicherweise war der Polizist sehr freundlich, merkte schnell, dass wir Ausländer waren und drückte mal ein Auge zu. Zitat: “Weil du so einen lustigen Nachnahmen hast.”
So verliere ich jetzt nicht meinen Führerschein, sondern habe nur auf meiner ersten Autofahrt in Irland direkt meinen ersten saftigen Strafzettel kassiert.
Dublin an sich war reichlich cool. Ich war tragischerweise zu blöd um Bilder zu machen, aber glaubt mir, es war sehr nett. Wenn ich das nächstes Mal dort war, schreibe ich einen Extra Artikel.
Dann der nächste Hammer. Schlau wie wir sind, hatten wir natürlich das Auto in einer Tiefgarage geparkt, die um 1 Uhr zu macht, obwohl 200m weiter ein 24-Parkhaus gewesen wäre.
Wir hatten also, um 4 Uhr morgens wohlgemerkt, die Wahl entweder bis um 7 rumzugammeln, oder die Sicherheitsfirma anzurufen, die das Parkhaus betreut. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon 20 Stunden wach war und ja auch noch nach Carrickmacross fahren musste, entschied ich mich, in den sauren Apfel zu beissen und die Zusatzgebühr zu berappen. 80€. Plus Parkgebühr.
Nach einigem Warten und einer sehr sehr anstrengenden Fahrt waren wir dann gegen 6 Uhr morgens in Carrickmacross. Da der Thomas um 12 arbeiten musste hatten wir geschätzte 4 Stunden schlechten Schlaf um uns zu erholen. Demenstprechend sahen um 11 alle sehr fit aus:
Links der Tarek, in der Mitte der Thomas und Rechts der gemietete Opel Astra (seeeehr nettes Auto, auch wenn die Sitze nach annähernd 16 Stunden Fahrt etwas unbequem wurden).
Ich war dann um 7 Uhr abends wieder zuhause. Mit dem Vorsatz den nächsten Trip etwas besser zu planen. Ehrlich.